Nicht nur angesichts zurückgehender Bevölkerungszahlen in weiten Teilen des Landes (121 hessische Gemeinden haben weniger als 5.000 Einwohner) können interkommunale Zusammenarbeiten und auch Gemeindefusionen dazu beitragen, kommunale Aufgaben  effektiv, kostensparend und doch bürgernah zu erledigen. Es gilt natürlich das Prinzip der Freiwilligkeit. Ob es Sinn macht, die Standesämter von Nachbargemeinden zusammenzulegen oder die Ortsteilfeuerwehren, das weiß man vor Ort am besten.

Seit 2004 fördert die Hessische Landesregierung die Zusammenarbeit der Kommunen auch finanziell. Die Förderprogramme wurden 2008 erweitert und 2011 noch einmal auf zusätzliche förderfähige Bereiche ausgeweitet. Nahezu alle kommunalen Aufgabenbereiche können inzwischen gefördert werden. Bis März 2016 wurden 174 Einzelmaßnahmen mit insgesamt rund 12 Mio. Euro unterstützt.

Im Werra-Meissner-Kreis haben Meinhardt, Witzenhausen, Bad- Sooden-Allendorf, Neu-Eichenberg, Wehretal, Ringgau, Sontra, Waldkappel, Berketal, Weißenborn und Wanfried ihre Zusammenarbeit im EDV-Bereich erweitert. Die Bauhöfe in Eschwege und Berkatal arbeiten zusammen. Eschwege gemeinsame Personalkostenbearbeitung mit Meißner wurde ebenso gefördert wie die gemeinsame Haushaltswirtschaft Sontras mit Herleshausen, Nentershausen und Weißenborn.

Bereits 2009 wurde vom Hessischen Innenministerium und den kommunalen Spitzenverbänden das „Kompetenzzentrum für interkommunale Zusammenarbeit“ (IKZ) gegründet. Es berät die Kommunen bei der Auswahl möglicher Kooperationsbereiche, der Organisationsmodelle, der Rechtsformwahl und bei Förderfragen. Der hessische Weg der Unterstützung der Kommunen durch eine eigene Beratungseinrichtung und ein Förderprogramm ist so bundesweit einmalig.

Auch die freiwillige Fusion von Gemeinden kann sinnvoll sein. Um dies zu ermöglichen, wurden die Hürden vom Hessischen Landtag durch eine Änderung der Hessischen Gemeindeordnung gesenkt. Ohne Gesetzesänderung sind Gemeindefusionen z.B. durch Grenzänderungsvertrag möglich. Für fusionswillige Gemeinden stellt das Land zudem über 27 Mio. Euro als Entschuldungshilfe zur Verfügung. Damit kann die Entschuldung nahezu die Hälfte der Verbindlichkeiten des jeweiligen Kernhaushaltes erreichen.

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